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Neu Poserin, den 17.02.2020

Jährliche Überprüfung der Pflicht zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen läuft - Abgabefrist endet am 31. März 2020


Private und öffentliche Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die dieser Vorgabe nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der Beschäftigungsquote. Das Geld geht an das zuständige Integrationsamt und wird zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben verwendet. Zur Klärung der Erfüllung der Beschäftigungspflicht 2019 zeigen beschäftigungspflichtige Arbeitgeber bis spätestens 31. März 2020 der zuständigen Arbeitsagentur ihre Beschäftigungsdaten an. Diese gesetzliche Frist kann nicht verlängert werden. Arbeitgeber, die diesen Termin verpassen, handeln ordnungswidrig und müssen mit einem Bußgeld rechnen.

 

„Auch 2020 benötigen wir die Beschäftigtendaten für das abgelaufene Kalenderjahr 2019 und das bis zum 31. März 2020“, erklärt Guntram Sydow, Leiter der Schweriner Arbeitsagentur. „Menschen mit Behinderungen müssen bei der Arbeitssuche immer noch gegen Vorurteile kämpfen. In Westmecklenburg sind aktuell 1.117 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber stehen rund 800 unbesetzte Pflichtarbeitsplätze bei öffentlichen und privaten Arbeitgebern, die die vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent nicht erfüllen und stattdessen einen Ausgleich zahlen. „Eine Behinderung bedeutet aber nicht gleich eine Beeinträchtigung im Job. Die Betroffenen sind meist zu 100 Prozent motiviert und haben eine Chance verdient, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen“, unterstreicht der Agenturchef. „Auch wir, die Schweriner Arbeitsagentur und Westmecklenburger Jobcenter, erfüllen unsere Beschäftigungspflicht und gehen mit positiven Erfahrungen und gutem Beispiel voran. 10,9 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schwerbehindert“, so Sydow abschließend.

 

Kostenlose Software

Am schnellsten geht die Erstellung der Anzeige elektronisch. Um die Ausgleichsabgabe zu berechnen und die entsprechende Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik „Download“ zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service“ bestellt werden. Die Meldung kann auf elektronischem Wege schnell und unbürokratisch vorgenommen werden. Nur der von IW-Elan automatisch erzeugte Versandbeleg mit der Meldungs-ID-Nummer (Erklärung zur Vorlage bei der Agentur für Arbeit) ist unterzeichnet an die zuständige Agentur für Arbeit zu senden.

 

Bei weiteren Fragen rund um das Anzeigeverfahren und die Beschäftigungspflicht schwerbehinderter Arbeitnehmer/innen können sich Arbeitgeber telefonisch an ihren persönlichen Ansprechpartner bzw. die kostenfreie Service-Rufnummer des Westmecklenburger Arbeitgeber-Services (0800 4 5555 20) wenden bzw. per Fax (0381-804260 3061) oder Mail an:  Rostock.061-OS@arbeitsagentur.de.

 

Zur Information:

Arbeitgeber, die der Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.

 

Beschäftigungsquote

für Arbeitgeber 

Höhe der Abgabe je

Monat und unbesetztem Arbeitsplatz

3 Prozent bis unter 5 Prozent  125,- Euro
2 Prozent bis unter 3 Prozent  220,- Euro
unter 2 Prozent  320,- Euro

 

Regelungen für kleinere Betriebe

Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.

Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

 

www.arbeitsagentur.de 

 

Foto: www.arbeitsagentur.de