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Radtour: Auf den Spuren alter Herrensitze von Gutshäusern und anderen Liebenswürdigkeiten in und um Goldberg

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Ausgangspunkt: Goldberg (ca. 31 km) Goldberg – Hof Hagen – Langenhagen – Sehlsdorf – Grambow – Brüz – Unterbrüz – Diestelow – Woosten – Kressin – Neu Poserin – Wendisch Waren – Finkenwerder – Goldberg Am Goldberger Heimatmuseum, das bis 1848 eine Wassermühle war, beginnen wir unsere Tour. Einen Blick in das Heimatmuseum sollten Sie sich vornehmen, es ist sehr empfehlenswert. Heute wollen wir aber auf den Spuren der Herrensitze radeln. Wir fahren also die Amtsstraße entlang zum Amtsgebäude. Dieses war ehemals der Fürstensitz der Familie Werle zu Goldberg. Ursprünglich befand sich hier eine Burg aus der Slawenzeit, die 1316 zur Residenz ausgebaut wurde. Von diesem dreiteiligen, in Hufeisenform angelegten Schloss steht heute nur noch das Frontgebäude. Der Fachwerkflügel wurde Ende des 18. Jahrhundert anstelle eines abgerissenen Teiles errichtet. Zu dieser Zeit diente das Schloss bereits als Amtsgebäude. Der Eckturm erhielt erst zum Ende des 19. Jahrhunderts seine heutige Form. Wir folgen nun rechts ab dem Verlauf der Amtsstraße bis zur Langen Straße (B 192), überqueren diese und fahren zur Kirchenstraße. Die Stadtkirche ist ein im Ursprung gotischer Backsteinbau aus dem Jahre 1290. Drei Glocken befinden sich im vorgesetzten dreistöckigen Turm, dessen Mauerwerk mit Granitsteinen durchsetzt ist, die im Volksmund „Klatschsteine“ genannt werden, denn mit etwas Fantasie kann man tratschende Menschengestalten erkennen. Wir fahren weiter die Kirchenstraße entlang, über die Kampstraße zur alten Molkerei und einigen Goldberger Villen. Wir biegen links in die Bahnhofsstraße ein und kommen zur Lübzer Straße. Links sehen wir das alte Backstein-Postgebäude. Wir biegen rechts ab und hinter den Bahnschienen wieder rechts und schlagen den Weg zur alten Fabrik ein. Auch wenn dieser Weg nicht besonders gut ist, wir ersparen uns durch ihn die vielbefahrene Kreuzung am Ende der Lübzer Straße. An der ehemaligen chemischen Fabrik macht der Weg einen Knick nach links und führt uns zur Landstraße (L 15). Wir biegen rechts ab. Vorsicht, diese Straße ist viel befahren. Nachdem wir am Goldberger Gewerbegebiet vorbei geradelt sind, können wir auf der Anhöhe links abbiegend die Landstraße wieder verlassen, und zwar nach Hof Hagen. Kurz vor dem Dorf kommen wir durch eine geschützte Eichenallee. In Hof Hagen finden wir ein Gutshaus. Die Hofstruktur des ehemaligen Gutes ist nicht mehr erkennbar. Das Gutshaus, in der typischen, mecklenburgischen Tradition, im Ursprung Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet, schloss den Hof im Osten ab. Wie viele Gutshäuser wurde auch dieses in seinem Äußeren mehrfach verändert: Zwerchgiebel und Vorbau sind Veränderungen aus verschiedenen Zeiten des 19. bzw. 20. Jahrhundert. Wir biegen rechts ab nach Langenhagen und kommen an den Tagelöhnerkaten vorbei. Schon wenn man Langenhagen erreicht, sind die „Langenhägener Seewiesen“ unübersehbar. Dieses junge Naturschutzgebiet bietet zu jeder Jahreszeit zahlreiche Möglichkeiten der Wasservogelbeobachtung. Besonders beeindruckend ist die Rast mehrerer tausend Kraniche im Herbst. Die Naturkontaktstation in der um 1830 erbauten ehemaligen Dorfschule bietet zahlreiche Informationen zum Gebiet und seiner Naturausstattung. Der Weg teilt sich nun in die Richtungen Sehlsdorf und Augzin. Auch wenn wir nach Sehlsdorf wollen, biegen wir in Richtung Augzin ab, denn wir wollen den Sehlsdorfer Forst nicht außer Acht lassen. Durch den Forst fahren wir bis zur ausgeschilderten Kreuzung und biegen erst dort links ab nach Sehlsdorf. Wir kommen an einem Waldlehrpfad vorbei. Im Sehlsdorfer Forst wächst die „Hundeeiche“ mit einem Stammumfang von 6,50 m. Auch Hügelgräber, Moore und Sümpfe sind dort zu finden. Im Buchenwald auf der Strecke von Techentin nach Sehlsdorf befindet sich rechts der „Alte Friedhof“. Diese Grabanlage ist vermutlich schon 1200 – 800 v.Chr. in der Bronze- und Eisenzeit entstanden. In Sehlsdorf selbst biegen wir links ab. Das dortige Gutshaus diente von 1952 – 1958 als Schule. Das Gewölbe des Kellers und Ziegel im Klosterformat beweisen entweder das Alter des immer noch ehrwürdig erscheinenden Fachwerkhauses oder sind Indiz für einen Vorgängerbau. Der hofseitige Vorbau aus dem Jahre 1921 hat die für diese Zeit typischen Architekturglieder. Aus dieser Zeit stammen auch die Arbeiterhäuser, die sich an die alten Gutskaten anschließen. Weiter geht es nach Grambow, wo wir links der Straße das nächste Gutshaus finden, das von einem Bildhauer und Schmuckdesigner bewohnt wird. Das traditionell erbaute, altehrwürdige Haus, anfangs gänzlich in Fachwerk ausgeführt, mit seinem hohen Krüppelwalmdach, entstand wohl Anfang / Mitte des 18. Jahrhunderts oder sogar früher. Die beeindruckend großen Kellerräume mit dem flachen Kellergewölbe lassen allerdings auch schon einen Vorgängerbau vermuten. Mit der Erweiterung des Gutes um 1866 wurde wohl auch der historische Giebel eingefügt und die Hoffront verputzt. Wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit auch der Landschaftspark unter Berücksichtigung der speziellen Topografie angelegt. Wir fahren jetzt zur L 17, überqueren diese und kommen so nach Unterbrüz mit seiner imposanten Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Das Pfarrhaus, das Predigerwitwenhaus und der Schulneubau sind neben der Kirche die einzigen Gebäude, die nach einem Großbrand vom alten Dorf, dem ehemaligen Bruiseuitz (Brüz), geblieben sind. Das jetzige Brüz ist der später entstandene Hof. Wir wenden uns wieder nach links und fahren auf einem ausgeschilderten Landweg nach Diestelow. Zum Gut gehörte der weitläufige Landschaftspark mit dem Rosengarten und dem kleinen See. Die großräumige Gutsanlage ist in ihrer Struktur im wesentlichen erhalten. Das Gutshaus stand am Ende des Hofes und trennte diesen vom Park. Leider ist davon nichts mehr zu sehen. Anschließend fahren wir durch das Dorf bis zur Kreuzung. Dort biegen wir erst rechts und kurz darauf nach links ab, um nach Woosten zu kommen. Die Straße dorthin ist etwas hügelig, wodurch uns ab und zu recht hübsche Ausblicke gewährt werden. Wir sehen links den Woostener See mit seiner unter Naturschutz stehenden Insel. Sie darf nicht betreten werden, weil sie Brutgebiet für zahlreiche Vogelarten ist. Gleich beim Hineinfahren ins Dorf kommen wir an der schlichten Becksteinkirche aus dem Jahre 1269 vorbei, die im romanisch-gotischen Übergangsstil auf einem Feldsteinsockel errichtet wurde. Der Fachwerkturm wurde später angebaut. Wir biegen links ab, am Dorfteich wieder rechts und kommen zum Rest der einstigen Gutsanlage. Das Gutshaus stand erhöht im Park, von einem Wasserlauf umgeben, südöstlich des Gutshofes. Bereits vor 1945 plante man den Umbau des Hauses und zog es deshalb leer. Der Abbruch nach dem Krieg war dann wohl unvermeidlich. Der Pferdestall, das nordöstliche traufständige Gebäude, wurde damals zum Wohnhaus umgebaut und wird bis heute noch so genutzt. An der Brücke zur „Insel“ wächst eine Winterlinde, die wahrscheinlich aus mehreren Stämmen zusammengewachsen ist. Vom Dorfteich aus fahren wir links ab zurück zur Kreuzung und dann weiter geradeaus durchs Dorf. Wir kommen an den Tagelöhnerkaten vorbei. Am Dorfende geht es links durch den Wald nach Kressin. Die Straße ist allerdings schon sehr beschädigt. Auch in Kressin gibt es ein sehenswertes Gutshaus, das die neugotische Gesinnung seiner Erbauer dokumentiert. Um dorthin zu kommen, biegen wir rechts ins Dorf ein und fahren bis zum Dorfende. Das Herrenhaus befindet sich in Privatbesitz. Im dazugehörigen Park wächst ein hier seltener Gingkobaum, der ja eigentlich in China beheimatet ist und selbst dort nur in einer bestimmten Gegend vorkam. Mönche haben diese Bäume vermehrt und auf Pilgerfahrten erst innerhalb Chinas und später auch in anderen Ländern verbreitet. Wir fahren nun durch das Dorf zurück und dann geradeaus weiter an den Siedlerhäusern vorbei zur Kreuzung. Dort biegen wir links ab nach Neu Poserin. Am Dorfeingang weist uns ein Schild schon auf den dortigen Gutspark hin. Wenn wir nun links ab in das Dorf fahren, kommen wir abermals an einem großen Gutshaus vorbei. Es diente lange Zeit als Altersheim, steht aber nun leer. Der Umbau des im Ursprung klar gegliederten Gebäudes datiert aus der Zeit nach 1850 und ist in die Neurenaissance einzuordnen. Der Turm erinnert an florentinische Vorbilder. Wir folgen der Straße weiter bis zu den Neubauten. Rechts ab und gleich wieder links auf einem Landweg geht unsere Tour weiter. Vorsicht, der Weg geht stellenweise steil bergab. Hier kommen wir zum Ziegeleiweg von Wendisch Waren. Von der Ziegelei ist leider nichts mehr vorhanden. Sie wurde bereits in den 70er Jahren geschlossen und später abgebrochen. Wir biegen rechts ab in Richtung Dorf. Im Dorf treffen wir auf die B 192, der wir von nun an in Richtung Goldberg folgen. Auf unserem Weg nach Goldberg zurück streifen wir Finkenwerder. Links ab führt der Weg zum Finkenwerder Hof, der heute als Freizeitzentrum dient. Das vormals neubarocke Gutshaus, auf einer kleinen Erhebung stehend, brannte 1945 ab und ein sehr bescheidenes Haus wurde an gleicher Stelle errichtet. Wir folgen weiter der B 192. Rechts begleitet uns die Sicht auf den Goldberger See. Wir kommen an einer Galerie- Holländerwindmühle vorbei und biegen rechts ab, um über die Werderstraße nach Goldberg zu kommen. Am Ortseingang können wir rechts ab durch den Park fahren. An der nächsten Straße haben wir die Möglichkeit, die alte Schule von Goldberg zu betrachten. Dazu biegen wir links ab zum Schützenplatz. Die John-Brinckman-Schule wurde 1906 erbaut. Der niederdeutsche Dichter, nach dem sie benannt wurde, war von 1846-1849 Leiter der damaligen Privatschule in Goldberg. Er wohnte in der Langen Straße, wo eine Gedenktafel auf sein damaliges Wohnhaus hinweist. Der Schützenplatz dient den Goldbergern heute auch als Marktplatz. Goldberg ist nämlich die einzige mittelalterliche Stadtgründung, die keinen richtigen Marktplatz besitzt. Über die Schulstraße fahren wir nun zurück, biegen links in die Parkstraße ein und kommen auf geradem Weg wieder zurück zum Heimatmuseum, wo unsere Tour endet. Udo Steinhäuser